Was ist eine Parkett-Fase und wie sieht sie aus?

Ein neuer Beitrag aus dem Bereich „Eine gute Frage“

 

Gestern erreichte mich folgende Frage einer Kundin.
Frage: „Sehr geehrter Herr Petersen, ich habe mal eine vielleicht dumme Frage. Was ist bei Parkettböden eigentlich ein Fase? Und wie sieht so ein Parkett mit Fase im Raum aus? Vielleicht können Sie diese Frage ja mal in Ihrem Blog behandeln und auch ein paar Photos einstellen. Vielen Dank im Voraus.“

Antwort:
Servus Annalena. Ich bin überzeugt, dumme Fragen gibt es nicht! Und weil ich glaube, dass es für viele interessant sein könnte, gehe ich gerne hier in meinem Blog auf das Thema Fase bei Parkettböden ein.

 

Bei einer Fase handelt es sich schlicht um eine Abschrägung der Brett- bzw. Dielenkanten. Mann sagt auch, die Kanten werden durch eine Fase „gebrochen“. Diese Abschrägung wird in der Regel in einem Winkel von 45° oder 60° gefräst. Zweck dieser Fase ist eine Möglichkeit die Oberfläche von Parkettböden zu gestalten. Denn die Parkettoptik wird vom verwendeten Holz geprägt. Jedes Stück, jede Diele ist einzigartig. Mit verschiedenen Oberflächenbehandlungen, wie zum Beispiel Fasen, versucht man diese Einzigartigkeit zu unterstreichen bzw. Akzente zu setzen. Fasen an den Dielenkanten lösen die Fläche auf und betonen das einzelne Brett. Dadurch wird der Raum optisch in Richtung der Fase gestreckt.

Es gibt Parkett, welches nur an zwei Seiten gefast ist und Parkettböden die an allen vier Seiten gefast sind. Parkettdielen die zweiseitig gefast sind, haben keine Fase an den kurzen Stirnseiten. Dies betont die einzelnen Reihen und lässt zu dem die Dielen länger wirken, bzw. den Raum in dieser Richtung größer wirken. Dadurch das die Dielen an der Stirnseite Stoß an Stoß ohne optische „Unterbrechung“ im Raum verlegt werden, entsteht der Eindruck, als würde die einzelne Diele durch den ganzen Raum reichen.

 

Bei einer auf allen Seiten gefasten Diele ist das nicht so. Die einzelnen Dielenbretter treten ähnlich wie Fliesen stark in der Vordergrund. Zusätzlich entsteht durch den Schattenfall in der Fase ein 3D Effekt, der die einzelnen Dielen optisch anhebt.

 

Neben diesen rein optischen Aspekten, hat eine Fase zusätzlich aber auch noch den Vorteil, dass sie die Kanten des Parketts vor beschädigungen schützt. Ein Parkett mit Längs- und Stirnfasen ist also weniger Stoss empfindlich. Zudem kaschiren die Fasen die kleinen Fugen zwischen den einzelnen Parkettelementen, die unweigerlich bei Veränderungen der Luftfeuchtigkeit, insbesondere während der Heizperioden, entstehen.